8. Juni 2024

Renken schleppen mit Wobbler

Renken schleppen mit Wobbler geht das?

Ja, mit kleinen, flach laufenden Wobblern kann man durchaus Renken fangen. Besonders in den Monaten von Mai bis Mitte August ist die beste Fangzeit. Dank der in Massen geschlüpften Eintagsfliegen ist das Nahrungsangebot reichlich vorhanden und gerade die größeren Renken suchen in dieser Zeit gerne den Flachwasserbereich auf.

(Bild 3 Renken 43,42,38 cm)

 

 

Die Tiefe ist entscheidend

Will man die Renken im Flachwasser überlisten, sollte man den Köder in einem Bereich zwischen 2 bis maximal 3,5 Metern anbieten. Idealerweise wird der Wobbler in einer Tiefe von 0,5 bis 1,5 Metern geführt.

Bei sehr leichten Wobblern kann etwa einen Meter vor dem Köder ein zusätzliches Klemmblei von 0,5 Gramm angebracht werden. Meiner Meinung nach hat dieses Blei keinerlei Scheuchwirkung. Die Renken erkennen den Köder, schießen nach oben und schnappen zu.

 

Gewässerstruktur

Ein schlammiger, sandiger Boden ohne viel Pflanzenbewuchs ist der ideale Spot für diese Angelmethode. So vermeiden wir, dass sich unser Wobbler im Kraut verhängt, und außerdem sind die Renken hier auf Nahrungssuche, da sich im Schlamm die Mückenlarven auftun. Kiesiger Untergrund mit vielen Steinen und Felsen sind weniger geeignet.

Die Schleppgeschwindigkeit

Wie schnell oder langsam wir den Köder präsentieren sollten, hängt unter anderem davon ab, wie der Wobbler läuft. Er sollte bereits bei geringster Bewegung und Geschwindigkeit ein optimales Laufverhalten zeigen. Ideal ist eine Geschwindigkeit von 1,5 bis maximal 2,0 km/h. Schleppt man mit höherem Tempo, wirkt die Köderpräsentation eher unnatürlich und die Renken zeigen weniger Interesse – so zumindest meine Erfahrung am Wasser.

Wobbler Größe und Farbe

Es hat sich gezeigt, dass vor allem hellere Farben wie Weiß oder Gelb sehr gerne genommen werden. Auch ein Mix aus Weiß und Rot oder mit einem Anteil an Silber führt zum Fangerfolg. Besonders bei einer Wobbler Größe von 2,5 bis 3,8 cm scheinen die Renken gerne zuzuschnappen. Kleine Wobbler wie der Illex Tiny Fry 38SP oder 50S im Design „Bone“ sind hierbei besonders erfolgreich.(Bild oben rechts)

Aber auch andere ähnliche kleine Wobbler führen zum gewünschten Fangerfolg. Man hat ja meist ein breit gefächertes Sortiment im Angelkoffer dabei, einfach alle Teile einmal ausprobieren.

Tipp: Rapala Husky, in 8 cm, 6 Gramm. Lauftiefe 1,20 – 1,80 Meter (Bild unten rechts)

Zahlreiche Beifänge

Wenn man in den Sommermonaten seinen Wobbler im Flachwasserbereich präsentiert, ist es nicht verwunderlich, dass nicht nur die Renken Interesse zeigen. Auch Barsche, Aitel, Brassen, Rapfen und größere Rotaugen verschmähen in der Regel kleinere Köderfische nicht und schnappen sich auch den Wobbler. Hechte und Seeforellen sind ebenfalls nicht abgeneigt, landen jedoch aufgrund der flachen, sandigen und strukturarmen Wasserregion eher selten im Kescher. Dagegen ziehen Rapfen sehr oft im Flachwasser umher, sei es um die Insekten von der Wasseroberfläche zu pflücken oder den Jungfischen hinterherzujagen. Hier kann man durchaus die eine oder andere Überraschung erleben. Das Angeln mit Mini-Wobblern im Flachwasser ist eine spannende und vielseitige Angelmethode.

Rute und Bremse

Ideal ist eine Rute mit feiner Spitzenaktion, die nicht zu hart ist, da ansonsten der Haken leicht aus dem Maul der Renke reißen kann. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es vorteilhaft ist, wenn sich die Rute beim Schleppen schon bei geringstem Widerstand reagiert. Die Bremse sollte so fein wie möglich eingestellt sein, damit der Fisch sofort Schnur von der Rolle nehmen kann. Gleichzeitig muss sie jedoch stark genug sein, um den Haken im Maul zu fixieren. Eine 50er Renke ist bei uns am bayerischen Ammersee keine Seltenheit und bringt ordentlich Power mit. Deshalb ist es umso wichtiger, dass Rute, Rolle, Bremse und Schnur perfekt aufeinander abgestimmt sind. Sehr oft schnappen sich auch kapitale Brachsen oder Rapfen den Wobbler, auch diese können mitunter ganz schön Dampf machen. Ich schleppe daher sehr gerne mit einer Shimano Vengeance BX mit 7-35g Wurfgewicht und 210 cm Länge. Vielleicht etwas too much, man könnte ruhig eine Rute mit 10 oder 15 Wurfgewicht wählen, allerdings habe ich mit dieser Kombi noch einen ordentlichen Puffer in der Hand. Die Feinjustierung wird über die Bremseinstellung geregelt.

Schnur und Vorfach

Als Hauptschnur verwende ich überwiegend eine 0,10 – 0,12er geflochtene Schnur, woran ich ein ca. 2 Meter langes Fluorocarbon 0,18 – 0,21er anbinde. Für mich die ideale Kombination, wobei mein vielleicht noch eine Nuance leichter fischen könnte, das ist ja jedem selbst überlassen.

In diesem Sinne liebe Angelfreunde, probiert es einfach aus, das Renken schleppen mit Wobbler. Es klappt vielleicht nicht auf Anhieb, aber mit etwas Geduld und der richtigen Abstimmung von Gerät, Köder und Taktik wird der Erfolg mit Sicherheit kommen. Auch ich habe einige Zeit gebraucht, um meine erste Renke beim Schleppangeln zu erwischen und mittlerweile bin ich fast schon süchtig geworden im Flachwasser mit Mini Wobbler herum zu schippern.

In einem meiner Videos habe ich einmal meine Vorgehensweise zum Renken schleppen mit Wobbler im Film festgehalten. Viel Spaß beim Zuschauen!

In diesem Zusammenhang möchte ich zwei Videos zu dem Thema weiterempfehlen, die mich überhaupt zu dieser Angelmethode inspiriert haben. Udo alias Silent Hunter erklärt auf seinem Kanal, wie er das Schleppen auf Renken am Walchensee erfolgreich durchführt. Das hat mich damals so angeturnt, dass ich das einmal an meinem Hausgewässer, dem Ammersee auch ausprobieren wollte.

UND es funktioniert!

Total HOT diese Angelmethode!😁

Mein aktueller Renken PB 53er auf einen kleinen Wobbler von Spro, den Silent Jerk „RedHead“ in 9,5 cm, 15 Gramm. Geschleppt in einer Tiefe von 2,5 – 2,8 Meter.

 

Dickes Petri allen, Gruß Jockl 💪

Sehr fängige Wobbler:

*Spro Ikiru „RedHead“

*Illex Tiny Fry 50SP „Bone

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