30. März 2024

Brachsen Schleppen

Brachsen Schleppen – What ?

Ja, es ist unglaublich, größere Brachsen sowie viele andere Weißfischarten sind richtige Räuber und verzehren neben Würmer, Maden, Insekten auch gerne einmal kleinere Fische. Gerade in den Monaten Mai, Juni, Juli, in der Zeit wo viel Schlupf auf der Wasseroberfläche schwimmt, kann man hier unheimlich viele Bisse bekommen, da scheinen die dicken Brachsen oder auch vieler Orts Brassen genannt wie im Rausch zu sein. Ich fische in dieser Zeit gerne im Flachwasserbereich bis maximal 3 Meter, denn hier sind meist sehr viel Fische unterwegs, die sich die Eintagsfliegen von der Wasseroberfläche pflücken. Es ist jedes Mal wieder ein tolles Spektakel, die Fische dabei zu beobachten.

 

Top Wobbler auf Brachsen und Co

Meine Lieblings Wobbler, die in dieser Zeit zum Einsatz kommen und fast immer Fisch bringen, sind zwei kleine schwebende Modelle aus Japan, sowie ein kleiner Illex Tiny Fry. Es dauert oft nicht lange, bis sie einen Abnehmer gefunden haben. Ich schleppe dabei sehr langsam, d. h. maximale Geschwindigkeit 2 km/h im Tiefenbereich bis maximal 3 Meter. Sobald der Köder etwas schneller geschleppt wird, nehmen die Bisse und Attacken ab, so meine Erfahrung. Eine ruhige, fast lautlose Schleichfahrt ist hierbei der Schlüssel zum Erfolg.

Meine DREI absoluten Favoriten für das Angeln im Flachwasserbereich

Wobbler Lucky Craft B’Freeze 65 SP Pointer Wobbler 5g in Farbe Gill

Länge: 6,5 cm (2-1/2″)
Gewicht: 5 g (3/16 oz)
Schwimmverhalten: Schwebend
Haken: VMC #8, #8
Schwimmtiefe: 0,9-1,2 m (3-4 ft)

 

 

Pointer 65 DD – Table Rock Shad – LUCKY CRAFT

Farbe: Table Rock Shad
Länge: 65 mm
Gewicht: 5.4 gr.
Tauchtiefe: bis 2,0 m
Verhalten: schwebend

 

 

 

Illex Wobbler Tiny Fry 50 SP Bone

Tiefe: 0,2 – 0,6 m
Modell: Schwebend
Länge: 5 cm
Gewicht: 2,7 g

 

Optimale Verhältnisse

An einem herrlichen Junitag habe ich einmal eine Schleppfahrt im Flachwasser in einem Video festgehalten. Wie man im Film sehen kann, konnten einige gute Brachsen dem Kunstköder nicht widerstehen. Aber auch Hechte, Renken, Rotaugen, Aitel, Rapfen usw. lassen sich in diesem Tiefenbereich durchaus überlisten.

Die frühen Morgenstunden sind dabei am erfolgversprechendsten, auch sollte man dort angeln, wo der Wind und die Wellen die Mücken hintreibt, auflandiger Wind ist daher von Vorteil.

 

Sofern man ein Boot zur Verfügung hat und den schleimigen Brachsen nicht ganz abgeneigt ist, sollte man doch einmal von größeren Ködern absehen und auch einmal den Flachwasserbereich ins Visier nehmen, dieser ist immer für Überraschungen gut. Meist hat man hier mehr Erfolg als weiter draußen im Bereich von 8–10 Metern, wo größtenteils geschleppt wird.

Oftmals stehen auch dicke Barsche in der Nähe von Booten oder ein schöner Hecht lauert dort in der Deckung. Alles ist möglich!

 

Gewässer erkunden

Bevor man aber in so geringer Tiefe seinen kostbaren Kunstköder anbietet, sollte man, wenn möglich, seine Umgebung, den Gewässerboden sowie die Struktur vorab einmal erkunden. Das ist sicherlich von Vorteil, wenn man einen Abriss oder Hänger vermeiden will. Abgerissene Ankerkette, Bäume, Äste, Bojen, Reusen und vieles mehr sind nur einige Dinge, die dem Spaß ein Ende setzen können. Oftmals bietet sich hier im Herbst bei klarem Wasser eine gute Gelegenheit, die Wegstrecke einmal abzufahren und zu analysieren. Die Unterwasserwelt verändert sich zwar ständig, aber zumindest weiß man dann in etwa wo sich evtl. größere Hindernisse befinden bzw. Vorsicht geboten ist.

Schleppen im Flachwasser gehört neben dem Zupfen/Heben auf Renken zu einer meiner Lieblingsmethoden, um einen Flossenträger einzunetzen. 🙂

Viel Erfolg und Petri Heil!

Video: Brachsen Schleppen, Unterwegs mit Miniwobbler im Flachwasser (YouTube)